Keine Panik vor dem Finanzamt

Michael Brückner - Keine Panik vor dem FinanzamtDieses Buch macht Mut. „Keine Panik vor dem Finanzamt“ lautet sein Titel. Normalerweise ist man bei solchen Themen Tendenzen gewohnt, die alles verstärken, was den natürlichen Feind des Steuerzahlers zusätzlich dämonisieren hilft. Nicht bei Michael Brückner, dem Autor des Buches. Bis zum Schluss weiß man nicht genau, auf wessen Seite er eigentlich steht. Das ist auch gut so.

Denn der Umgang mit Behörden wie dem Finanzamt will gelernt sein. Jeder kennt die absurden Fälle in der Steuerpolitik. Vernichtete Existenzen, abscheuliche Unverhältnismäßigkeiten, unverschämte Steuersätze, maßlose Gier und eine widerliche Bürokratie sind das Bild, über das sich die meisten Steuerzahler einig sind. Bedauerliche Fälle gibt es mehr als genug. Sie werden schonungslos erwähnt und – das ist der Unterschied zu stereotypen Pamphleten – sachlich eingeordnet.

Es gibt eben auch eine andere Seite, die es zu berücksichtigen gilt: Menschen, die ihren Job machen, Gesetze, die gelten, Kriminelle, die betrügen und Methoden, die durchschaubar sind. Wer aus mehr oder weniger guten Gründen einen gestörten Umgang mit Behörden pflegt, hat schlechte Karten. Ein rationaler Umgang mit dem notwendigen Übel hilft hingegen, es zu lindern.

Besonders interessant sind die Kapitel darüber, wie das Finanzamt tickt, welche Strukturen greifen und wo Grenzen liegen. Treffend sind auch die Beschreibungen von kalkulierbaren Risiken mit konkreten Beispielen und warum Frust und Flucht nicht helfen. Wen die lehrbuchhaften Wiederholungen und orthografische Fehler nicht stören, hat das Buch an einem Wochenende gelesen.

Fazit: „Keine Panik vor dem Finanzamt“ ist nicht nur eine hilfreiche Lektüre für Steuerzahler, die „Ärger vermeiden und ihr gutes Recht verteidigen wollen“, sondern auch für Buchprüfer, Finanzbeamte und Steuerfahnder, die besser verstehen sollten, warum sie selbst unter ehrlichsten Bürgern so viele Feinde haben. An allgemeiner Steuerverweigerung allein kann es nicht liegen. Denn bis zu 30 Prozent Abgaben werden durchaus akzeptiert, was in diesem Buch auch begründet wird. (tj)

Weitere Rezensionen von Thomas Jannot

Dieses E-Book können Sie kostenlos haben

MittelstandsWiki 11
Wenn Sie einen unserer Newsletter abonnieren ;-)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>