The Economist, eines der renommiertesten Politik- und Wirtschaftsmagazine der Welt mit Sitz in London, hat eine interessante Mixtur außergewöhnlicher, spannender und lustiger Listen und Rankings aus der Welt der Wirtschaft herausgegeben. Das Buch ist gefüllt mit Unmengen von Informationen zu Firmen aus Europa und Übersee, zur Welt der Börsen und zu den berühmten Menschen aus dem Bereich der Ökonomie. Es gibt sowohl Fakten zu Geschehnissen aus der Weltwirtschaft als auch aus dem Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen.
Egal an welcher Stelle der Leser die Skurrilitätensammlung aufschlägt, er wird immer etwas finden, das er noch nicht wusste. Zum Beispiel auf Seite 102 etwas über die Kampagne „Geiz ist geil“, die 2003 von der Werbeagentur Jung von Matt für Saturn konzipiert wurde. Der umstrittene Slogan wurde sogar für die Krise des Einzelhandels verantwortlich gemacht, wobei sich der neue Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sogar zu der These verstieg, dass die Nachfrage nach billigen Lebensmitteln eine Mitschuld am Gammelfleisch-Skandal 2005/2006 trage.
Auf den ersten Seiten geht es um die ältesten Firmen und größten Konzerne der Welt, die ältesten Familienunternehmen, die ältesten noch erscheinenden Zeitungen sowie die internationale Wirtschaftspresse. Interessant ist auch zu lesen, wie berühmte Firmennamen entstanden sind. So wurde z.B. die Firma Adobe nach dem Bach benannt, der an den Häusern der beiden Software-Firmengründer John Warnock und Chuck Geschke vorbeifließt. Die Firma Starbucks leitet ihren Namen vom Steuermann Starbuck ab, der auf der Pequod in Hermann Melvilles berühmten Walfang-Epos „Moby Dick“ anheuert.
Von Seite 95 bis 113 dreht sich alles um die Welt der Werbung. The Economist hat Rankings über die führenden internationalen Werbeunternehmen, die umsatzstärksten Werbeunternehmen in Deutschland sowie die 20 kreativsten Werbeagenturen Deutschlands aufgestellt. Außerdem geht es in dem Abschnitt um Werbetriumphe, Werbetragödien und berühmte deutsche Slogans. Einige Beispiele: „Katzen würden Whiskas kaufen“ (Whiskas), „Red Bull verleiht Flügel“ (Red Bull), „Heute ein König“ (König-Pilsener) oder „Die klügere Zahnbürste gibt nach“ (Dr. Best).
Ab Seite 130 gibt es „Schlaue Sprüche zum Business“, die zum Schmunzeln einladen. Warren Buffet, der große amerikanische Investor hat z.B. folgenden Spruch losgelassen:
„Der Markt ist wie der Herr und hilft denen, die sich selbst helfen. Aber im Gegensatz zu Gott vergibt der Markt nicht denen, die nicht wissen, was sie tun.“
Der Wahrheitsgehalt dieser Charakteristik ist an der aktuellen, weltweiten Bankenkrise bestens zu erkennen. Sehr amüsant ist auch eine Aussage des amerikanischen Schauspielers, Sängers und Komikers Danny Kaye:
„Die Wirtschaftswissenschaft ist das einzige Fach, in dem jedes Jahr auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind.“
Fazit: Das Buch vermittelt eine neue Sichtweise und einen heiteren Blick hinter die Kulissen der Wirtschaft. Der Leser wird zum Experten, der – einer Definition des britischen Mathematikers und Philosophen Bertrand Russel zufolge, zuerst weiß, wie alles kommen wird, und danach weiß, wieso alles anders gekommen ist. (hkl)
- Das wunderbare Wirtschaftssammelsurium
- The Economist (Hrsg.)
- Verlag: Econ
- Gebundene Ausgabe: 269 Seiten, Auflage: 2006
- ISBN: 978-3-430-20004-2, 16,95 Euro


