Auf lange Sicht rechnet sich 50 plus

Norbert Herrmann: Erfolgspotenzial ältere Mitarbeiter

Norbert Herrmann: Erfolgspotenzial ältere Mitarbeiter

Norbert Herrmann ist davon überzeugt, dass die erfolgreiche Zukunft des Unternehmertums in Deutschland davon abhängen wird, ob und wie man rechtzeitig mit dem demografischen Wandel umgeht. Denn dass die Deutschen immer älter werden und zu wenig Junge nachkommen, ist eine unumstößliche Tatsache. Außerdem wird Deutschland von diesem Wandel am schnellsten betroffen sein, da es zu den „ältesten“ Völkern der Welt zählt.

Der Autor ist Mitbegründer der 4p Group, Höslwang/Oberbayern. Seine Schwerpunkte sind die Themen „Nachwuchs für die Führungsetage“ und „Perspektive 45+“. Der demografische Wandel ist laut Herrmann keine Katastrophe, sondern bietet auch zahlreiche Chancen, die es nur zu erkennen gilt. Er beklagt, dass besonders in den großen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland seit Jahren uneingeschränkt der Jugendwahn herrscht. Es gibt dort kaum Mitarbeiter, die älter sind als 50 und schon gar nicht über 60. Herrmann vertritt die These, dass in den meisten der älteren Mitarbeiter weit mehr Potenzial steckt, als vermutet. Wem es gelingt, intelligente Wege zu finden, um das reich vorhandene Wissen älterer Mitarbeiter zu erschließen, und wer es gleichzeitig schafft, den qualifizierten Nachwuchs für sich zu gewinnen, der wird die negativen Auswirkungen des demografischen Wandels am wenigsten zu spüren bekommen.

Aber nicht nur die Unternehmen sind gefordert, sondern jeder Einzelne muss darüber hinaus Eigenverantwortung für seine Beschäftigungsfähigkeit übernehmen. Sie macht sich an drei Punkten fest:

  1. Gesundheit und Vitalität,
  2. Selbstmotivation und Führung sowie
  3. berufliche Attraktivität und neue Kompetenzen.

Die Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter auf diese Selbstverantwortung vorbereiten. Sie müssen gefordert und gefördert werden. Für Herrmann ist es nicht hinnehmbar, dass man die Leute über kurze Strecken ausbeutet, statt ihnen die Möglichkeit zu geben, Langstreckenqualität zu entwickeln, damit sie bis 67 fit in der Arbeit und gesund sind.

Aus der demografischen Zeitbombe, die unaufhörlich tickt, ergeben sich für den Autor drei Schwerpunkte, für die dringend Lösungen zu suchen sind: An erster Stelle steht das Innovationsproblem, da der Nachwuchs für den Austausch zwischen Jung und Alt fehlt. Zweitens tritt ein Leistungsproblem auf, da die Alten schwere körperliche und extrem belastende psychische Arbeit nicht mehr leisten können. An dritter Stelle taucht noch das Kostenproblem auf, denn die Alten sind teurer als die Jungen.

Norbert Herrmann gibt folgende Kernempfehlungen an die Unternehmenslenker: Sie sollen mit ihren Mitarbeitern in ihren Schlüsselfunktionen ab 40 einen „Ressourcenpakt“ abschließen, um im Gegenzug die Leistungsfähigkeit und Lust der Leute zu erhalten, auch jenseits der 50. Zur Nachwuchssicherung sollten die Unternehmer mit anderen Firmen in ihrer Region und/oder mit bedeutenden Wertschöpfungspartnern – Zulieferern und Herstellern – zusammenarbeiten. Denn das Problem kann nicht auf Kosten des anderen gelöst werden.

Fazit: Das Buch zeigt zukunftsfähige Modelle auf, mit denen Unternehmer den vorhersehbaren demografischen Wandel zum Wohle aller meistern können. Dafür müssen jedoch ungewohnte Wege eingeschlagen und mutige Kurskorrekturen vorgenommen werden. (hkl)

  • Erfolgspotential ältere Mitarbeiter
  • Den demografischen Wandel souverän meistern
  • Norbert Herrmann
  • Verlag: Hanser
  • Gebundene Ausgabe: 263 Seiten, Auflage: 2008
  • ISBN: 978-3-446-41006-0, 39,90 Euro
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