Damit der Erbfall nicht zum Ernstfall wird

Stehle/Leuz: Familienunternehmen gestalten, erhalten, vererben

Stehle/Leuz: Familienunternehmen gestalten, erhalten, vererben

Das Autorenduo Heinz Stehle und Norbert Leuz beschreibt kompakt die Gestaltungsmöglichkeiten familienrechtlicher Verhältnisse und deren steuerliche Konsequenzen sowie die Unternehmensnachfolge und Zukunftssicherung der Folgegeneration in Verbindung mit Überlegungen zum Erbrecht. Im Anhang gibt es Musterverträge zur Ehe, zu Bestimmungen in Gesellschaftsverträgen und Vererbung sowie der testamentarischen Vorsorgegestaltung des Unternehmers.

Stehle und Leuz haben ihr Werk in drei große Abschnitte gegliedert. Der erste Teil handelt von den rechtlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Ehe und die Möglichkeiten ehevertraglicher Gestaltungen. Der zweite Teil dreht sich um die Bildung und Gestaltung von Familiengesellschaften, während in den dritten Abschnitt erbrechtliche Überlegungen einfließen und beschrieben wird, wie die Zukunft der Folgegeneration gesichert werden kann.

Der Ehe messen die beiden Autoren vor allem deshalb eine so hohe Bedeutung zu, weil mancher selbstständige Handwerksmeister oder Geschäftsführer ohne die Gattin, die oft die Seele des Unternehmens ist, gar nicht denkbar wäre. Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass besonders schwierige Situationen eintreten, die für Ehe und Geschäft gleichermaßen bedrohlich sind, wenn ein Ehepartner kein Verständnis für das Unternehmen und die unternehmerische Tätigkeit aufbringt.

Stehle und Leuz sind der Anslicht, dass man immer nach den Umständen des Einzelfalles entscheiden muss, ob man den Ehepartner am Unternehmen beteiligt oder nicht. Dabei können psychologische Gründe ebenso eine Rolle spielen wie vermögensrechtliche Überlegungen. Im Gegensatz zur Ehegattenbeteiligung spielt bei der Bildung von Familiengesellschaften mit Kindern der steuerliche Aspekt oft eine große Rolle. Durch die Aufteilung des Einkommens auf verschiedene Personen, die nicht zusammen veranlagt werden, lässt sich die Progressionswirkung des Einkommensteuertarifs erheblich mindern.

Laut Stehle und Leuz sollte die Vermögensnachfolge schon zu Lebzeiten geregelt werden, damit der Erbfall nicht zum Erstfall wird. Für einen Unternehmer, der sich mit erbrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten befasst, stehen meist zwei nicht immer parallel laufende, sondern sich manchmal entgegenstehende Gesichtspunkte im Mittelpunkt seiner Überlegungen: Das Unternehmen soll erstens über den Tod hinaus in seinem Fortbestand gesichert werden und zweitens sollen die Familienangehörigen ausreichend versorgt werden.

Fazit: Ein verantwortungsbewusster Unternehmer darf sich nicht nur auf das Tagesgeschäft konzentrieren, sondern muss das Unternehmen auch langfristig absichern. Der Ratgeber „Familienunternehmen gestalten, erhalten, vererben“ hilft ihm dabei. (hkl)

  • Familienunternehmen gestalten, erhalten, vererben
  • Heinz Stehle, Norbert Leuz
  • Verlag: Schäffer/Poeschel
  • Gebundene Ausgabe: 233 Seiten, Auflage 5: 2009
  • ISBN: 978-3-7910-2794-4, 39,95 Euro

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