Die Krise setzt normale Wirtschaftsregeln außer Kraft

Paul Krugman: Die neue Weltwirschaftskrise

Paul Krugman: Die neue Weltwirtschaftskrise

In seinem Buch beschreibt Paul Krugman, der Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2008, wie die mangelnde Regulierung und Aufsicht der Finanzmärkte die Voraussetzungen für die aktuelle Wirtschaftskrise schuf. Er zeigt, welche Maßnahmen unternommen werden müssen, damit die Weltwirtschaftskrise eingedämmt und die Weltökonomie vor dem Absturz in eine noch tiefere Krise bewahrt werden kann.

Paul Krugman lehrt an der Princeton University und ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Wirtschaftswissenschaftler der Welt. Er gilt als der wichtigste politische Kolumnist Amerikas und als sprachgewaltigster Ökonom unserer Zeit. Krugman vertritt die These, dass sowohl Europa wie auch die Vereinigten Staaten von Amerika unbedingt eines fiskalischen Stimulus’ bedürfen, um den Einbruch des privaten Konsums auszugleichen. Vor allem im Keynesianismus sieht er den Schlüssel, um die derzeitige schwierige Wirtschaftslage zu begreifen und mit ihr fertig zu werden. Krugman kritisiert die deutsche Regierung, die scheinbar noch nicht begriffen habe, dass in Europa wie in den USA mittlerweile ein Depressionsklima eingezogen ist, in dem die normalen wirtschaftlichen Regeln außer Kraft gesetzt sind.

Nachdem Krugman in seinem Buch die Krisen in Mexiko, Argentinien und Japan, die gegen Ende des vorigen Jahrtausends diese Länder tief erschütterten, näher betrachtet hat (da sie offensichtlich niemand so recht verstanden habe), beschreibt er in Kaptitel vier die Asienkrise. Als Thailand 1997 seine Währung, den Baht, abwertete, löste dies eine Lawine aus, die einen Großteil Asiens unter sich begrub. Der Abschnitt handelt von Thailands Wirtschaftsboom, seinem Zusammenbruch und dem Tempo, mit dem die Crashwelle über Asien hinwegfegte.

Zwei Kapitel später geht der Autor auf einen der bizarrsten Aspekte der Wirtschaftskrise der 1990er-Jahre ein, die markante Rolle der so genannten Hedgefonds. Im achten Kapitel erhellt Paul Krugman die Schattenwirtschaft des Bankwesens. Bei der Bankenkrise ging es laut Krugman überwiegend nicht um Probleme mit deregulierten Institutionen, die neue Risiken eingingen, sondern um Risiken, die von Institutionen eingegangen wurden, die von vornherein gar nicht reguliert waren. Hier liegt für den Wissenschaftler der Kern des Problems.

Für den Wirtschaftsnobelpreisträger ist es eine Tatsache, dass die Nachfrageschwäche, das heißt die Tatsache, dass erstmals seit zwei Generationen wieder Defizite auf der Nachfrageseite der Wirtschaft – zu wenig privater Konsum, um die verfügbare Produktionskapazität auszunutzen – ganz eindeutig zur Wohlstandsbremse Nummer eins geworden ist. Auf der ganzen Welt muss zweierlei geschehen: Die Kredite müssen wieder zum Laufen gebracht werden, und die Nachfrage muss gestärkt werden.

Fazit: Paul Krugman glaubt, dass die Weltwirtschaft von einer Depression derzeit noch ein gutes Stück entfernt sei und es trotz der Dimension der aktuellen Krise auch bleiben werde. (hkl)

  • Die neue Weltwirtschaftskrise
  • Paul Krugman
  • Verlag: Campus
  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten, Auflage: 2009
  • ISBN: 978-3-593-38933-2 24,90 Euro

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