Interview

Facebook ist das Schaufenster für Online-Laufkundschaft

Donald Rein, Team Rein Motorsport

Donald Rein ist Kfz-Meister und Firmeninhaber von Team Rein Motorsport im sachsen-anhaltischen Allstedt. Jetzt hat der 46-Jährige eine Unterseite auf Facebook eingerichtet, auf der er u.a. Anfragen zu Fahrzeugen, Zubehör, Finanzierung und Werkstattterminen beantwortet. Trotz Mehrarbeit ist Rein sehr zufrieden mit der Resonanz. „Wenn man es ernsthaft betreibt“, sagt er, „ist Facebook eine großartige Möglichkeit, um Neukunden zu akquirieren.“

MittelstandsWiki: Herr Rein, Sie sind mit Ihrem Geschäft auf Facebook aktiv. Was soll das bringen?

Donald Rein: Sehr viel. Ich kann mit meinen Kunden kommunizieren und erste Kontakte mit potenziellen Kunden aufnehmen. Wir bekommen Anfragen von Menschen, die noch nie in meinen Laden waren, und haben die Chance – wie bei jeder Laufkundschaft auch – unsere Lösungsvorschläge abzugeben. Ganz nebenbei kann ich dadurch meine eigentliche Homepage pushen und die Plattform als Instrument für das Direktmarketing nutzen. Ich sehe Facebook als zusätzlichen Vertriebskanal, und da sollte man doch als Verkäufer über jede neue Möglichkeit dankbar sein.

MittelstandsWiki: Rentiert sich die Arbeit wirklich, oder machen Sie sich da nicht etwas vor?

Donald Rein: Naja, welche Aktion im Einzelhandel oder im Dienstleistungsgewerbe lohnt sich denn schon nachweislich? Durch mein Facebook-Engagement habe ich immerhin einen kleinen Überblick über die Kundenwünsche – auch durch die Kommunikation unter den Facebook-Freunden. Ich kann mir ständig Feedback einholen und beobachten, was über mich publiziert wird. Dadurch bekomme ich eventuelle Abwanderungen mit und kann aktiv werden. Durch den momentanen Facebook-Hype steigt außerdem mein Bekanntheitsgrad. Und es ist eine enorme Chance, meinen Ruf zu festigen oder zu verbessern. Also, ich finde schon, dass es sich rentiert.

MittelstandsWiki: Das Blatt kann sich aber ganz schnell wenden, wenn man schlechte Kritiken bekommt. Was machten Sie in einem solchen Fall?

Donald Rein: Dann rede ich offen über das Problem. Und wenn es sein muss, dann stehe ich eben zu dem Fehler und erkläre, was ich getan habe, um ihn zu reduzieren oder um ihn auszumerzen. Auf keinen Fall sollte man Kritikpunkte löschen oder aus Frust unbeantwortet lassen. Totschweigen macht die Sache nur noch schlimmer.

MittelstandsWiki: Wie viel Arbeit investieren Sie?

Donald Rein: Eine bis drei Stunden pro Tag.

MittelstandsWiki: Ist das nicht sehr viel für jemanden, der den ganzen Tag in der Werkstatt steht?

Donald Rein: Nein, überhaupt nicht. Ich mache das mit meinem iPad in der Pause. Für die Angebotsaktualisierung plane ich zwar schon eine Stunde am Stück ein, aber die kann ich ja auch auf meiner Homepage, in Direktmails und im Ladengeschäft nutzen. Dadurch relativiert sich der Zeitaufwand. Marketing und Werbung muss ich doch sowieso machen.

MittelstandsWiki: Haben Sie noch einen Tipp für Unternehmer, die es jetzt auch auf Facebook probieren möchten?

Donald Rein: Es sollte von vorneherein klar sein, dass es sich nicht um eine Privatseite, sondern um ein Schaufenster handelt. Es ist eine Binsenweisheit, aber auch auf Facebook gilt, dass man die Produkte und Dienstleistungen so darstellen und bewerben sollte, dass sie von der Zielgruppe wahrgenommen werden. Ich kann nur dazu raten, sich einen Leitfaden zu schreiben oder im Kopf zu behalten, welche Informationen man wo und wie publizieren möchte, damit sie beim Publikum ankommen. Und man muss sich im Klaren sein, dass das Verkaufen, bzw. das Anbahnen von Verkäufen auch hier ein stetes Engagement erfordert. Wenn man es aber ernsthaft betreibt, ist Facebook eine großartige Möglichkeit, um Neukunden zu akquirieren und um sich Feedback zwecks Produkt- und Serviceoptimierung einzuholen.

Das Interview führte Sabine Philipp.

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