Interview

Crowdinvesting bringt Kapital und Multiplikatoren

Nikolaos Swoch, doxter

Nikolaos Swoch, doxter

Nikolaos Swoch ist Mitgründer und Geschäftsführer von doxter. Die Online-Plattform ermöglicht es Ärzten, sich zu präsentieren; Patienten können Arzttermine online vereinbaren und die Mediziner bewerten. Das Start-up ist gleichzeitig das erste Unternehmen, das auf der neuen Crowdinvesting-Plattform Companisto nach Kapitalgebern sucht. Investoren können sich dort ab einem Betrag von 4 Euro an jungen Unternehmen beteiligen. Dem Magister der Geschichts- und Rechtswissenschaft ist klar, dass man als erstes Unternehmen sozusagen das Versuchskaninchen ist. „Dafür profitieren wir aber auch in besonderem Maße von der Publicity, die Companisto für sich selbst generiert.“
 
MittelstandsWiki: Während der Dotcom-Phase gab es jede Menge Plattformen, die Ihrer recht ähnlich waren. Wie Sie sicher wissen, existieren die meisten nicht mehr.
 
Nikolaos Swoch: Das können Sie nicht vergleichen. Die meisten Dotcoms hatten so gut wie keine erprobten Geschäftsmodelle. Darüber hinaus waren die Menschen damals viel weniger Internet-affin als heute. 1997 waren ja nur 6,5 % der Deutschen online, 2011 waren es schon 73,3 %.
 
MittelstandsWiki: Sie haben Ihr Modell aber doch auch nicht erprobt.
 
Nikolaos Swoch: Aber es gibt seit 2007 mit ZocDoc aus den USA einen Proof of Concept –
 
MittelstandsWiki: Die USA sind nicht Deutschland –
 
Nikolaos Swoch: Das Modell funktioniert aber auch hier. Immerhin haben wir in den letzten drei Monaten 20.000 Euro Umsatz erwirtschaftet. Aktuell sind bereits über 400 Arztprofile auf unserer Plattform gelistet, davon haben viele ein Premium-Profil.
 
MittelstandsWiki: Trotzdem bezweifle ich, dass sich die Idee durchsetzen wird. Ein Arztbesuch ist Vertrauenssache. Ich würde nie einen Termin bei einem Arzt vereinbaren, nur weil er in einem Portal gelistet ist. Und für die Ärzte ist das Ganze auch nicht ganz unproblematisch. Wenn die Patientendaten in falsche Hände geraten, dann haben sie ein ernstes Problem.
 
Nikolaos Swoch: Richtig, ein Arztbesuch ist je nach Fachrichtung mehr oder weniger Vertrauenssache. Aber Sie dürfen nicht vergessen, dass die Menschen heute mobiler sind und häufiger umziehen müssen. Und in einer neuen Stadt müssen sie sich einen Arzt suchen. Viele wollen auch eine zweite Meinung hören. Auf doxter finden sie dann echte Patientenbewertungen, d.h. nur Patienten, die mit SMS-Validierung über das Mobiltelefon einen Termin bei einem doxter-Arzt gebucht haben, können ihn nach festgelegten Kriterien bewerten. Ich bin mir sicher, dass die Menge der Bewertungen ein sehr realistisches Bild von den Ärzten zeichnen wird. Persönliche Empfehlungen sind ja oft subjektiv gefärbt. Und was die Sicherheit anbelangt: Die Buchungen werden nur SSL-verschlüsselt übertragen. Wir haben als einziger Anbieter ein GeoTrust-Extended-Validation-Zertifikat der Berliner Charité und wir unterliegen der Kontrolle des Berliner Beauftragten für Datenschutz.
 
MittelstandsWiki: Nun sind Sie auch das erste Start-up, das über die neue Crowdinvesting-Plattform Companisto Investoren sucht. Ist das nicht ein wenig riskant?
 
Nikolaos Swoch: Als erstes Unternehmen ist man sozusagen ein Versuchskaninchen. Dafür profitieren wir aber auch in besonderem Maße von der Publicity, die Companisto für sich selbst generiert. Wir kennen das Companisto-Team aus dem profund-Gründernetzwerk und vertrauen den Jungs.
 
MittelstandsWiki: Was kostet Sie die Aktion?
 
Nikolaos Swoch: Companisto bekommt für die gesamte Abwicklung ein Honorar von 9 % des investierten Betrags.
 
MittelstandsWiki: Das ist viel.
 
Nikolaos Swoch: Nicht wirklich. Wir haben keinen Verwaltungsaufwand und bekommen neben dem Wachstumskapital eine Crowd, also Multiplikatoren, die unsere Idee weitertragen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Mehrwert für unser Unternehmen.
 
MittelstandsWiki: Was passiert eigentlich, wenn die anvisierten 25.000 Euro nicht zusammenkommen?
 
Nikolaos Swoch: Dann würden die Investoren ihr Geld zurückerhalten. Wir sind aber guter Dinge, dass es klappen wird. Schließlich haben sich schon nach kurzer Zeit 65 Companisten beteiligt und mehr als 60 % der Finanzierungssumme aufgebracht. Wir freuen uns über den regen Zuspruch und auf alle Companisten, die die Chance noch nutzen und sich an doxter beteiligen.

Das Interview führte Sabine Philipp.

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