Zertifizierung der Beratung mittelständischer Unternehmen

Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (ZWW) und das Europäische Mittelstandszentrum Kaiserslautern bieten eine Qualifizierung zur Mittelstandsberatung.

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Die Geschwindigkeit, mit der sich Marktgegebenheiten heute verändern, erfordert gerade von kleinen und mittleren Unternehmen hohe Anpassungsleistungen. Ständige Marktveränderungen, neue Technologien, immer kürzere Produkt- und Innovationszyklen und ein harter globaler Wettbewerb in den Bereichen Preis, Kosten, Qualität, Lieferzeit und Einzigartigkeit erhöhen die Notwendigkeit weitsichtiger Planung. Mit der Qualifizierung zur Mittelstandsberatung setzen das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (ZWW) und das Europäische Mittelstandszentrum Kaiserslautern e.V. ein wegweisendes Zeichen. Das vom Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz geförderte Angebot reagiert auf den Bedarf kleiner und mittlerer Unternehmen und der Personen, die sie beraten.

Beratung wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen immer wichtiger. Der Begriff Unternehmensberatung ist jedoch nicht geschützt, die Qualität nicht gesichert. Es gibt große Unterschiede in der Leistung einzelner Berater. „Genau hier setzt unser neues Angebot an“, erklärt der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Weiterbildungsgangs. Das Wirtschaftsministerium habe die Entwicklung des Angebotes mit Zuschüssen in Höhe von insgesamt rund 80.000 Euro gefördert.

„Gute Beratung bedeutet bessere Marktchancen für Unternehmen. Wir sind zuversichtlich, dass das Weiterbildungsangebot viele Interessenten finden wird“, so der Minister. „Alte Hasen“ können sich ihre Qualität durch das Zertifikat bestätigen lassen, Einsteiger je nach Bedarf modular Wissen erwerben. Mittelstandslotse der Landesregierung Günther Knödler begleitete das Projekt.

Wissenschaftliche Weiterbildung versteht die Johannes Gutenberg-Universität als eine Kernaufgabe ihres bildungspolitischen Auftrags. „Unser Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung baut daher sein Angebot aus, legt hohe Maßstäbe an seine Programme und nutzt dabei die Potenziale der Universität“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, „wir freuen uns daher sehr, dass wir mit dem neuen Weiterbildungsprogramm eine offensichtliche Marktlücke schließen können und Beraterinnen und Beratern mit dem Zertifikat ein Alleinstellungsmerkmal an die Hand geben, das Eignung und Erfahrung gegenüber Kunden dokumentiert – als eindeutige Referenz für qualitativ hochwertige Beratungsleistungen.“

Trotz wachsender Herausforderungen sind die mittelständischen Unternehmen bei der Wahrnehmung von Beratungsangeboten immer noch zurückhaltend. Eine Ursache für diese Beratungsskepsis liegt in der unüberschaubaren Vielfalt und der mangelnden Transparenz hinsichtlich der Qualität entsprechender Dienstleister. Hier setzt die Zertifizierung zum/zur Mittelstandsberater/in an.

Das Zertifikat dokumentiert die fachliche und methodische Eignung der Berater gegenüber interessierten Kunden. Es bietet Unternehmen somit die Sicherheit, qualitätsgeprüfter Beratung. „Das Zertifikat ‚Mittelstandsberater/in‘ steht für wirtschaftliche Grundlagen mittelständischer Unternehmen sowie darauf abgestimmte Methoden und Instrumente für die Beratungspraxis“, so der Präsident.

Das Programm richtet sich an Berater/innen mit langjähriger Beratungserfahrung, an Personen mit Kompetenzen in Teilbereichen der Mittelstandsberatung sowie an Interessierte ohne Beratungserfahrung, die aber Mittelstandsberatung als Berufsziel verfolgen. Der Kurs kann berufsbegleitend belegt werden und dauert insgesamt ein Jahr. Die mit renommierten Dozentinnen und Dozenten aus Wissenschaft und Wirtschaft erarbeiteten methodischen und fachlichen Kompetenzen werden in dem Zertifikat „Mittelstandsberatung“ dokumentiert, mit dem die Weiterbildung abgeschlossen wird.

Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung und das Europäische Mittelstandszentrum e.V., die den Weiterbildungsgang und das Zertifikat gemeinsam mit dem Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und der Organisationsentwicklung Prof. Dr. Ryschka entwickelt haben, legen dabei besonders Wert auf praktische Schwerpunkte. „In Praxistransfers werden die Inhalte der Lernmodule vertieft und angewandt. In betreuten Praxisprojekten wird Beratungserfahrung gesammelt.“ so Michael Schnorr, Vorstandsvorsitzender des Europäischen Mittelstandzentrums „Auf diese verzahnte Weise werden den Teilnehmenden die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen mittelständischer Unternehmen, deren strategisches Management, Produktions- und Informationsmanagement genauso nahegebracht wie Grundlagen der Beratung und Handwerkszeug für alle Phasen des Beratungsprozesses.“

Die einzelnen Module des Weiterbildungsgangs können separat belegt werden. Berater, die bereits über einschlägige Erfahrung verfügen, können sich noch vor Beginn des Kurses auch ohne Belegung der Weiterbildung prüfen und zertifizieren lassen.

Weitere Informationen unter www.mittelstandsberatung.zww.uni-mainz.de und www.mittelstandsberatung.com

Pressekontakt:
Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Johannes-Gutenberg-Universität, Telefon +49 6131 / 39-24241, Fax: +49 6131 / 39-24714, mittelstandsberatung@verwaltung.uni-mainz.de