Softwarepiraterie
Microsoft und Verbraucher rufen weltweit zur Bekämpfung auf

Der Verbraucherschutz steht im Mittelpunkt des Consumer Action Day. Unter diesem Namen startet Microsoft am 3. Dezember 2009 weltweit über 70 Initiativen gegen Softwarepiraterie. Microsoft geht davon aus, dass auf über 40 Prozent aller Computer weltweit gefälschte oder unlizenzierte Software installiert ist. Ziel der Aktionen gegen Softwarepiraterie ist es, die Verbraucher zu schützen, indem ihr Bewusstsein für die Gefahren, die von gefälschter und raubkopierter Software ausgehen, geschärft wird.

Anzeige

In Deutschland setzt Microsoft im Rahmen der Genuine Software Initiative auf verschiedene Maßnahmen, um Kunden, Händler und Verbraucher über Softwarepiraterie aufzuklären und zu unterstützen. Dabei fokussiert sich das Unternehmen auf die drei strategischen Bereiche Aufklärung, Entwicklung und Strafverfolgung. Wichtig ist dabei, dass langfristig das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums geschärft wird.

Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Aktionen, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten:

  • 1. Originale setzen Zeichen: Die bereits seit 2008 laufende Aktion richtet sich an Schüler und Lehrer in Deutschland und hat zum Ziel, sie für die Notwendigkeit des Schutzes von Ideen und Urheberrechten zu sensibilisieren. Im Rahmen der Kampagne wird beispielsweise Lehrern entsprechendes Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.
  • 2. Club der Originale: Mit dem Club der Originale richtet sich Microsoft an seine Partner. Der Club bringt Unternehmen zusammen, die PCs mit vorinstallierter Original-Software verkaufen oder in Zukunft verkaufen wollen. Über 260 Fachhändler sind bereits registriert und durchlaufen bis Ende Januar 2010 verschiedene Stufen, um die Club-Mitgliedschaft zu erhalten. Diese Mitgliedschaft hilft ihnen, Endkunden optimal zu beraten und vor den Gefahren von Softwarefälschungen zu bewahren.
  • 3. How to tell: Für alle Anwender stellt Microsoft unter http://www.microsoft.com/howtotell zahlreiche Informationen zu Themen wie Echtheitszertifikat, Produktaktivierung und Beispiele für gefälschte Software zur Verfügung. Anwender können sich hier leicht informieren und so selbst erkennen, ob sie Original-Software besitzen oder mit Raubkopien arbeiten.
  • 4. PID-Service: In Deutschland können Kunden bereits seit zehn Jahren ihre Software über den Microsoft Produktidentifikationsservice (PID) auf Echtheit prüfen lassen. Eine Rückmeldung, ob es sich um originale Microsoft Software handelt, erhalten sie dabei innerhalb von 24 Stunden. Stellt sich bei der Prüfung heraus, dass der Kunde offensichtlich betrogen wurde, erhält er von Microsoft in der Regel ein Austauschprodukt. Bislang hat der PID-Service über 240.000 Produkte untersucht.

„Die Verbraucher erwarten von uns, dass wir gegen Softwarepiraten aktiv vorgehen. Allein in diesem Jahr wurden auf der Website der Genuine Software Initiative Tausende von Berichten zu gefälschter Software von Kunden ausgefüllt. Diese Angaben haben unmittelbar zu zahlreichen Strafprozessen gegen Softwarebetrüger auf der ganzen Welt geführt“, erläutert Dr. Swantje Richters, Rechtsanwältin der Microsoft Deutschland GmbH.

Negative Folgen von Produkt- und Markenpiraterie
Die wirtschaftliche Dimension von Produkt- und Markenpiraterie in Deutschland und die negativen Folgen für Endverbraucher und Originalhersteller sind sehr groß und reichen von Arbeitsplatzverlusten und großen Umsatzeinbußen der Unternehmen bis hin zu entgangenen Steuereinnahmen. Wie Microsoft setzt auch der „Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V.“ (APM) darauf, den Konsumenten mit einzubeziehen. Daher ist APM bundesweit mit seiner Wanderausstellung „Schöner Schein – Dunkler Schatten“ in ECE-Einkaufscentern unterwegs: „Wir müssen den Verbraucher als Verbündeten gegen Produkt- und Markenpiraterie gewinnen. Nur wenn wir auch der Nachfrageseite unsere Aufmerksamkeit widmen, können wir in unserem Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie erfolgreich sein“, erklärt Doris Möller vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des „Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V.“ (APM).

Fälschungen über Auktionsportale und Flohmärkte
Gerade auf Auktionsportalen im Internet und Flohmärkten erwerben Verbraucher häufig unwissentlich gefälschte Software. „Ein Kunde hatte Windows 7 Ultimate über eine Auktionsplattform erworben und war unsicher, ob es sich um ein Originalprodukt handelt. Der Händler weigerte sich aber, den Kauf rückgängig zu machen“, schildert Dr. Swantje Richters ein Beispiel. „Als der Kunde die Software daraufhin bei unserem PID-Service einreichte, wurde er innerhalb von einem Tag benachrichtigt, dass es sich um eine Fälschung handelt. Er erhielt daraufhin von uns ein kostenloses Ersatzprodukt.“ In einem anderen Fall hatte ein Kunde die Software Office Professional 2007 auf einem Flohmarkt erworben. Er wartete vergeblich darauf, die vom Käufer versprochene Originalrechnung zu erhalten. Auch hier fand der PID-Service heraus, dass die Software gefälscht war und stellte dem Kunden Ersatz zur Verfügung.

Hinter Raubkopien steckt häufig organisierte Kriminalität
Gefälschte Software enthält häufig schädliche Programme (Malware), Spyware und Viren, mit denen Softwarefälscher auf unwissende Anwender abzielen. Dadurch entstehen Sicherheitslücken, die beispielsweise den Diebstahl von Identitäten erleichtern. Dies kann zur Beschädigung oder zum Verlust von Daten führen und damit hohe Kosten nach sich ziehen. Häufig stecken hinter Fälschungen und Raubkopien große kriminelle Syndikate, die neben raubkopierten CDs auch sogenannte Botnets einsetzen, um ihre illegalen Internetgeschäfte zu betreiben. Mit Botnets können Cyber-Kriminelle fremde Computer über ein Datennetz fernsteuern und zur Ausführung zahlreicher illegaler Internetaktivitäten nutzen.

IDC fand bereits im Jahr 2006 heraus, dass eine von vier Webseiten, auf denen gefälschte Software angeboten wird, beim Download-Vorgang Malware mit auf den Kundenrechner speichert. Das deutsche Anti-Piracy-Unternehmen Media Surveillance lud kürzlich hunderte von Windows-Raubkopien herunter und stellte fest, dass 32 Prozent davon mit Malware infiziert waren.

Nützliche Links

Pressekontakt: Fink & Fuchs Public Relations AG, Berliner Straße 164, 65205 Wiesbaden, Telefon: +49 611 / 74131-0, Fax: +49 611 / 74131-20, info@ffpr.de