Fraunhofer IGD
glTF 2.0 macht 3D-Modelle materialecht und besser übertragbar

© Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung

Schneller, kompakter, portabel, realistischer – die gITF-2.0-Spezifikation vereinfacht von nun an auch das PBR (Physically Based Rendering) für Entwickler. Die neue gITF-2.0-Spezifikation ist ein erweiterbares, laufzeitneutrales offenes Standardformat zur Übertragung von 3D-Modellen. Der Standard ermöglicht es Entwicklern, 3D-Modelle bei schnellerer Ladezeit kompakt zu übertragen, und beinhaltet nun auch eine Spezifikation zur Definition von Materialien auf Basis physikalischer Eigenschaften.

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Entscheidenden Anteil an der Entwicklung des neuen Standards hatten die Experten des Fraunhofer-Institutes für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt um Dr. Johannes Behr.

Vorteile der neuen Spezifikation

Die Vorgängerversion gITF 1.0 wurde bereits um Standards zum Physically Based Rendering erweitert. Dadurch können Entwickler Materialien portabel und durchgängig beschreiben. Die neue Spezifikation wird bereits von einer steigenden Anzahl von Grafik-APIs unterstützt.

Davon profitieren auch Entwickler aus der Industrie, da sie durch die erhöhte Einheitlichkeit und API-Neutralität jetzt in der Lage sind, PBR-Materialmodelle zu verwenden. Auch die Fraunhofer-Mitarbeiter der Projekte InstantUV und instant3Dhub nutzen die Vorteile der Spezifikation bereits. Instant3Dhub ist eine zentrale VaaS-Lösung (Visualisation as a Service) und stand die letzten Jahre bei den BOF-Präsentationen im Fokus. Dieses Jahr werden die Vorteile von instantUV aufgezeigt:

 „Mithilfe der ausdrucksstarken, portierbaren und PBR-einsatzfähigen Materialien, welche gITF 2.0 ermöglicht, können wir nun optimierte Modelle einfach von unserer InstantUV-Software für alle möglichen Renderer exportieren“, erklärt Max Limper, Leiter des InstantUV-Projekts am Fraunhofer IGD.

Limper stellt den glTF-2.0-Export in InstantUV auf dem Khronos gITF-BOF der SIGGRAPH 2017 in Los Angeles vor.

Unterstützung von Entwicklern

Viele Entwickler von Graphik-Engines verwenden inzwischen gITF 2.0, um die Übertragbarkeit und visuelle Qualität zu erhöhen. Khronos, die gITF-Arbeitsgruppe und die Entwicklergemeinschaft entwickeln dazu ein Angebot an Werkzeugen und Beispielcodes, einschließlich vieler gITF 2.0-Modell- und Rendering-Beispiele. Speziell für neue Entwickler erleichtert dies den Einstieg und die Handhabung der neuen Spezifikation.

Weitere Informationen: InstantUV, Instant3DHUb

Das vor 30 Jahren gegründete Fraunhofer IGD ist ein Einrichtung für angewandte Forschung im Visual Computing. Visual Computing ist bild- und modellbasierte Informatik. Vereinfacht gesagt, beschreibt es die Fähigkeit, Informationen in Bilder zu verwandeln (Computergraphik) und aus Bildern Informationen zu gewinnen (Computer Vision). Die Anwendungsmöglichkeiten hieraus sind vielfältig und werden unter anderem bei der Mensch-Maschine-Interaktion, der interaktiven Simulation und der Modellbildung eingesetzt. Durch angewandte Forschung unterstützen das Institut die strategische Entwicklung von Industrie und Wirtschaft. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sowie Dienstleistungszentren können davon profitieren und mit Hilfe der Fraunhofer Spitzentechnologien am Markt erfolgreich sein. → www.igd.fraunhofer.de

Pressekontakt: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Daniela Welling, Fraunhoferstraße 5, 64283 Darmstadt, +49 6151 155-146, Daniela.Welling@igd.fraunhofer.de